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Seit heute ist eine von uns gestartete Petition online. In dieser können sie für ein generelles Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten unterschreiben

Helfen Sie dabei den Schulweg sicherer zu machen!

Hier geht es zur Petition.

petition

Oliver Huth


Zeebr@Grundschule
Elternvertretung

Oliver Huth
Arnstdtr. 8

14656 Brieselang                        Brieselang, den  24.07.2009

Landkreis Havelland
z. Hd . Herrn Erik Nagel
Platz der Freiheit 1

14712 Rathenow

OFFENER BRIEF

Ihre Äußerung in der MAZ am 22.07.09 „SCHULWEGSICHERUNG: Tempo 30 in Sicht – dennoch gibt es Krach ¬ Elternvertreter aus Brieselang sprechen von Schildbürgerstreich in der Pappelallee“

Sehr geehrter Herr Nagel,

wessen Kind wollen wir opfern?

Diese Frage stellen sich Eltern, die sich für Tempo 30 vor der Zeebr@-Grundschule in Brieselang einsetzen, wenn der Pressereferent des Landkreises Havelland folgendes von sich gibt:

Kreissprecher Erik Nagel stellt deshalb klar: Die Pappelallee sei kein Unfallschwerpunkt. Es gab bisher nur einen Crash, bei dem eine Fahrerin nachweislich bei Rot über die Ampel gefahren sei. „Es gibt eigentlich keinen Grund für Tempo 30. Eine Einengung wäre aber einer“, so Nagel.  (Zitat aus der MAZ vom 22.07.09)

Wir erinnern uns dann daran, dass bei diesem einen „Crash“ ein Schulkind zum Glück nur leicht verletzt wurde, aber es wurde verletzt. Das Sie, Herr Nagel, das Anfahren eines Kindes aus der ersten Klasse lapidar als „Crash“ bezeichnet, zeugt nicht gerade von Feingefühl sondern eher davon, dass Sie die bestehende Problematik nicht ganz verstehen. Was ist denn ein Grund um Tempo 30 vor einer Schule einzuführen? Ist nicht der Hauptgrund die Gesundheit unserer Kinder? Muss erst ein Kind sterben oder schwer verletzt werden, damit die Pappelallee als Unfallschwerpunkt zählt?
Im Übrigen wurden im Gesamtbereich der Schule bereits zwei Kinder verletzt. In der angrenzenden Marie Curie Straße wurde 2007 ebenfalls ein Kind angefahren und dabei schwer verletzt.  Straßen an einer Schule sind von natur aus ein Unfallschwerpunkt. Gerade Schulanfänger sind besonders gefährdet. Wie heißt es aller Jahre wieder zum Schulanfang „ Autofahrer Achtung, Schulanfänger!“ Schon ein einziger Unfall ist ein Unfall zuviel. Herr Nagel, es geht hier um Kinder und nicht um Statistiken! Zur Erinnerung: Bei 50 km/h beträgt der Anhalteweg bei einer Gefahrenbremsung  12,50 Meter. Bei 30 km/h sind es nur noch 4,50 Meter.

Seit vielen Jahren versucht die Gemeinde Brieselang Tempo 30 vor der Zeebr@-Grundschule  einzuführen. Es scheiterte bis jetzt am Landkreis. Jetzt, nachdem sich eine Gruppe von Eltern aktiv dafür auch einsetzt, werden langsam die Weichen gestellt. Es wird Tempo 30 gewährt, wenn die Pappelallee umgebaut wird. Eine gesetzliche Grundlage, auf der der Landkreis das Umbauerfordernis stützt,, konnte auf Nachfrage nicht vorgelegt werden. Sie unterstreicht jetzt, dass der Landkreis diesen Umbau nicht fordert. Damit stehen Sie ganz im Gegenteil zu den Aussagen Ihrer Kollegen gegenüber der Gemeinde und den Elternvertretern.

Der so gelobte Test der Verkehrsbehörde dauerte eine halbe Stunde, es wurden nur auf der nördlichen Zufahrtseite Kegel als Hindernisse aufgestellt, mit einem Tempo 30- Schild.
Wäre es nicht sinnvoll gewesen, den Test so zu gestalten, dass die Einengungen wie geplant aufgestellt worden wären? Gepaart mit einer Verkehrszählung und über den ganzen Tag, könnten wir uns vorstellen, wären die Behörden zu einem anderen Schluss gekommen. Wir werden es nie erfahren!

Eine Umbaumaßnahme würde aber andere Probleme mit sich bringen. Die Pappelallee ist eine Hauptverkehrsstraße. Durch die verlangten Umbaumaßnahmen würde unter Umständen ein Verkehrschaos entstehen und Kinder eine weitere unübersichtliche Verkehrssituation erleben. Darauf hat die Elterninitiative mehrmals hingewiesen. Nur leider findet sie kein Gehör. Weder beim Landkreis noch bei der Gemeinde. Im o. g. Zeitungsartikel stellt der Landkreis die Notwendigkeit von Tempo 30 nun wieder in Frage. Es müsse ein Gesamtkonzept zur Verkehrsentflechtung erstellt werden, so der Vorschlag der Elterninitiative. Dieses wird aber abgewinkt. Man will lieber unter Druck von oben Geld in eine zwielichtige Anordnung investieren. Warum wird nicht mit sofortiger Maßnahme Tempo 30 ohne Umbaumaßnahmen umgesetzt, wie es von der Elterninitiative beantragt wurde? Warum spielt der Landkreis mit dem Leben der Kinder? Alleine wenn man bedenkt, was dieser jahrelange Kampf an Steuergelder gekostet hat. Schriftverkehr mit den Behörden und Vororttermine. Würde man diese Kosten einmal addieren, könnte man bestimmt mehrmals in der Pappelallee Schilder für Tempo 30 aufhängen und zusätzlich ein Fest für alle Kinder in Brieselang ausstatten. Das die Gemeinde Brieselang mehrere tausend Euro für einen undurchdachten Umbau der Pappelallee investieren will, entbehrt auch jeder Vernunft vom sinnvollen Umgang mit Steuergeldern. Aber man ist lieber stur und schließt die Augen vor der drohenden Gefahr eines tödlichen Unfalls. Man hat die Zeit eine Ausschreibung zu machen um sich danach in den unverdienten Lorbeeren zu suhlen. Aber es sind ja bald Wahlen, und da muss man was bieten, auch wenn es ein Schildbürgerstreich ist.

Es stellt sich auch die Frage, wieso zum Beispiel in Berlin generell Tempo 30 vor Schulen und Kindergärten gilt, aber Brandenburg sich diesbezüglich bedeckt hält. Familien ziehen auch deswegen ins Umland, weil sie den Gefahren der Großstadt entfliehen wollen. Nur rechnen sie nicht mit der Engstirnigkeit des Brandenburger Landtages. Eine Petition der Gemeinde Glienicke Nordbahn für Tempo 30 an Schulen und Kitas, egal welchen Stellenwert die Straße hat, wurde nicht für wichtig genug erachtet! Vielleicht sollte man doch zum Schutz der Kinder eine Fusion mit Berlin in Betracht ziehen.

Die Elterninitiative hat durch die Verteilung von Flyern, Gespräche mit den Autofahrern und das Aufhängen von Plakaten die Elternschaft und die Kinder sensibilisiert. Das eigene Verhalten der Eltern ist mit ursächlich für die Gefahrensituationen. Auch die Kinder wurden bereits nochmals in der Schule zur Thematik unterrichtet. Von der Gemeinde und vom Landkreis kam bisher keine Unterstützung. Vorgebrachte Argumente wurden ignoriert. Warum?

Warum wird ein stationär installierter Blitzer von vornherein abgelehnt, obwohl in den Verwaltungsvorschriften des Landes Brandenburg (VwVOBG 47.2.3 zum Ordnungsbehördengesetz) der Standort solcher Anlagen sich ausschließlich nach dem Präventionszweck richtet. Schule und Kindertagesstätten werden beispielhaft genannt. Der Landkreis kennt diese Vorschrift offenbar nicht, sonst hätte er die Vorschrift nicht falsch zitiert.

Warum wird das Gebiet um die Schule nicht entflechtet? Warum zwingt man alle Mütter und Väter, die ihr Kind in die Schule bringen müssen in die Marie Curie Straße und wieder aus ihr heraus? Dann noch die künstlichen Einbuchtungen. Das Chaos ist perfekt.

Wir Eltern der Initiative Tempo 30 auf der Pappelallee wollen weiterhin konstruktiv mit den Behörden und der Gemeinde zusammenarbeiten.  Dazu gehört aber auch eine offene Einstellung gegenüber aktiven Eltern, dazu gehört auch, sich mit Menschen an einen Tisch zu setzen, die von ihrem Fach etwas verstehen, auch wenn sie keine Gemeindevertreter sind, dazu gehört es auch zu lernen, die Dinge zu hinterfragen.
Verwaltungsvorschriften können, wenn es um das Wohl der Menschen und Kinder geht, nur Hilfsmittel sein, um mit Vernunft den Behörden die Möglichkeit zu geben, Entscheidungen zu treffen.

Wir fordern Tempo 30 ohne Umbau der Pappelallee, mit Kontrolle durch einen stationären Blitzer, wir fordern eine komplexe Lösung zur Sicherung unserer Schulwege in der ganzen Gemeinde, wozu auch die Ortsteile Zeestow und Bredow gehören.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Huth

froschDie Plakate wurde jetzt von uns abgehange. Der Zahn der Zeit, und einige Mitbürger, hatten schon arg daran genagt. Jetzt warten wir ab, wie die Dinge weiter gehen. Noch ist keine Entscheidung zu Tempo 30 auf der Pappelallee gefallen. Wir bleiben aber weiter an der Sache dran.

Oliver Huth

Folgende Dinge wurden durch unsere Initiative bereit erreicht:

  • Es sind Haltelinien aufgemalt worden
  • Ein Schild „Bei Rot hier halten“ wurde angebracht
  • Ein Fahrradweg zum Überqueren der Marie-Curie-Str. wurde aufgezeichnet
  • Piktogramm „Achtung Schulkinder“

Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Aber wir sind schon etwas stolz darauf.

Oliver Huth

Die Plakate kommem

Es ist soweit. Die Plakate werden aufgehangen. Durch Spenden konnten wir 48 Plakate drucken lassen und dazu 1200 Flyer. Nun ist der Tag gekommen Pinsel und Kabelbinder zu zücken. Um 13 Uhr ging es bei Rico Löwe an die Arbeit

Wir hoffen, dass wir durch diese Aktion noch mehr Unterstützung finden und auch einige Autofahrer dazu bewegen können freiwillig nur 30 Km/h zu fahren.

Die_Plakate_haengen

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